Epochenwechsel und kritische Worte bei der Kreis-Feuerwehr


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Inzwischen bin ich vom Kreisfeuerwehrverbandstag in Arfurt und einem nachfolgenden privaten Termin zurück. Bestimmend bei diesem Treffen war das Ausscheiden des langjährigen Vorsitzenden Franz-Josef Sehr sowie der ebenfalls lange aktiven Vorstandsmitglieder Waldemar Röth und Klaus Kaiser. Alle drei wurden mit reichlich lobenden Worten verabschiedet und Thomas Schmidt aus Merenberg reibungslos zum neuen Mann an der Spitze der Feuerwehr-Interessenvertretung mit ihren rund 3000 Mitgliedern gewählt.

Mindestens ebenso interessant wie diese Personalie fand ich die durchaus kritischen Worte von Franz-Josef Sehr zur Feuerwehrarbeit im Landkreis:
– Besonders hart ging Sehr mit dem offenbar in Fachkreisen diskutierten Katastrophen-Warnsystem für die Bevölkerung ins Gericht. „In der Realität funktioniert praktisch nichts“, sagte er.
– Außerdem macht den Feuerwehren zu schaffen, dass die Straßenmeistereien nachts offenbar nur noch sehr eingeschränkt arbeiten, um Fahrbahnen nach Unfällen zu reinigen. Sehr machte auf seine zurückhaltende Art deutlich, dass er sich darüber ärgert, dass diese Arbeit nun an der Feuerwehr hängen bleibt.
– Ein weiteres Problemfeld: der Katastrophenschutz. Mit dem Ende der Wehrpflicht fällt die langjährige Verpflichtung beim Katastrophenschutz als Möglichkeit weg, um den Wehrdienst herumzukommen. Sehr erwartet dort nun erhebliche Personalprobleme.
– Auch insgesamt rechnet der scheidende Verbandsvorsitzende angesichts der Überalterung der Einwohnerschaft mit verschärften Nachwuchsproblemen.

Natürlich gab es auch positive Worte. Franz-Josef Sehr lobte das neue Gefahrenabwehrzentrum im Landkreis und die neuen Möglichkeiten für Feuerwehrleute, einen 7,5-Tonnen-Führerschein zu machen.

Interessant wurde es noch einmal beim sonst eher formalen Kassenbericht: Offenbar gab es noch einmal erhebliche Auseinandersetzungen mit dem vor gut zwei Jahren im Streit ausgeschiedenen Kreis-Jugendfeuerwehrwart Robeer Steinerbrunner, die dem Bericht des Vorsitzenden zufolge auch im Rahmen eines Strafverfahrens ausgefochten worden waren. Die Kassenprüfer betonten, dass es für die Vorwürfe, die Steinerbrunner gegen die Kassenführung im Feuerwehrverband vorgebracht habe, keinerlei Bestätigung gefunden habe. Die Delegierten billigten diesen Bericht einstimmig.

Eine ausführliche Berichterstattung folgt in den kommenden Tagen im WT.

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Über vtaktuell

Noch handelt es sich hier um ein Experiment. Dieses Blog soll meine journalistische Arbeit begleiten, in erster Linie mein Wirken auf lokaler Ebene in Westerwald, Taunus und dazwischen. Hier sollen Texte ihren Platz finden, die in anderen Print- und Onlineformaten nicht unterzubringen sind, ebenso ergänzendes Meinungs- und Hintergrund-Material zu meiner sonst eher nachrichtlichen Arbeit. Ich bin auch auf Facebook und bei Twitter vertreten, jeweils unter der Bezeichnung "vtaktuell".
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