Ausflug zu BAP nach Oberursel

Auf vielfachen Wunsch von Blogger-Kollege Kajo aus Weilburg übernehme ich heute, leicht gekürzt, einen Konzertbericht vom BAP-Auftritt auf dem Hessentag. Vor allem geht es ihm dabei um die Rebount-Initiative von „World Vision“. Den vollständigen Artikel gibt es bei den Weilburger Nachrichten.

Kölschrock auf dem Hessentag? Von jemandem in einem Alter, in dem andere in den Vorruhestand gehen? Holt das die Hessentagsbesucher noch hinter dem Ofen hervor? Man konnte nicht so richtig dran glauben und wurde am Mittwochabend eines Besseren belehrt. Wolfgang Niedecken wurde am 30. März 60 Jahre, doch ist er kein bisschen leise und kölschrockte das Festzelt auf dem Hessentag drei Stunden lang.

“Die Klassiker” stand auf dem Plakat. Und BAP-Klassiker, bekannte und weniger bekannte, gab es in dem fast vollbesetzten Festzelt zu hören. Viele der Klassiker wurden von den Zuhörern, die BAP überwiegend schon seit der Anfangszeit kennen, mitgesungen. Nicht nur “Verdamp lang her”, “Kristallnaach” und “Waschsalon”, auch “Karl-Heinz” oder “Chlodwigplatz” kölschrockten das hessische Festzelt.

Wenige Minuten vor Acht begann “D’r decke Pitter” (St. Petersglocke, größte und schwerste Glocke im Geläut des Kölner Doms) sein Geläut und rief die Nachzügler vor die Bühne. Die betrat Wolfgang Niedecken alleine pünktlich um 20 Uhr und begann als seine eigene Vorgruppe. Danach ging es mit BAP Schlag auf Schlag weiter. Drei Stunden waren die Musiker fast ununterbrochen auf der Bühne. Bis dann, gegen 23 Uhr, die Kölner Stadthymne, Willi Ostermanns “ich mööch zo Foß no Kölle gon”, die Gäste nach Hause begleitete.

Dass es Niedecken versteht, hervorragende Musiker um sich zu versammeln, zeigte sich auch an diesem Abend wieder in Oberursel. Der Papenburger Helmut Krumminga spielt die Gitarre virtuos seit 1999 bei BAP. Er ist seitdem auch Komponist der meisten BAP-Songs und zeigte sein Können in verschiedenen Soli. Am Bass war der Neusser Werner Kopal, am Keyboard Michael Nass und am Schlagzeug Jürgen Zöller. Auch BAP-Dauergast Anne de Wolff, die seit 2006 regelmäßig mit BAP auftritt, zeigte, dass sie die Violine und ihre Stimme perfekt beherrscht.

BAP, das war an diesem Abend in Oberursel zu hören und zu sehen, gehört noch lange nicht zum alten Eisen. “Halv su wild”, das neue Album der Kölner, und die Auftritte zeigen, dass BAP immer noch so aktuell wie vor 30 Jahren ist.

“Do kanns zaubre, wie ding Mamm die Kaate läät”, singt Wolfgang Niedecken. Ja, er lässt wie ein Zauberer die Zeit vergessen. Auch wenn er sich als “Spaßbremse” betätigt und seine ureigensten Anliegen, zum Beispiel den Kampf gegen Rassismus oder World Visions Rebound, die von ihm unterstützte Stiftung zum Ausstieg von Kindersoldaten in Afrika, auf die Bühne bringt. Mit “Noh Gulu” zum Beispiel. Dann wird es ganz leise im Zelt und die Zuhörer werden nachdenklich, manch einer geht zum bei BAP stets präsenten Informationsstand von World Vision und zückt seine Brieftasche. “Durchjeknallte Killerhorde Jeilen sich op ahn Jewalt, Verjewalt’je, brenne, morde Un entführe Naach für Naach Pänz, die’t nit bess Gulu schaffe, Öm zo schloofe, vun Soldate bewach.” (Übersetzung: “Durchgeknallte Killerhorden Geilen sich auf an Gewalt, Vergewaltigen, brennen, morden Und entführen Nacht für Nacht Kinder, die’s nicht bis Gulu schaffen, Um zu schlafen, von Soldaten bewacht.”)

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Über vtaktuell

Noch handelt es sich hier um ein Experiment. Dieses Blog soll meine journalistische Arbeit begleiten, in erster Linie mein Wirken auf lokaler Ebene in Westerwald, Taunus und dazwischen. Hier sollen Texte ihren Platz finden, die in anderen Print- und Onlineformaten nicht unterzubringen sind, ebenso ergänzendes Meinungs- und Hintergrund-Material zu meiner sonst eher nachrichtlichen Arbeit. Ich bin auch auf Facebook und bei Twitter vertreten, jeweils unter der Bezeichnung "vtaktuell".
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