Mehr Unfälle, weniger Verletzte, gefährliches Wild

Die Anzahl der Verkehrsunfälle im Landkreis Limburg-Weilburg ist angestiegen, aber es gab weniger Verletzte. Das geht aus der Unfallstatistik für 2010 hervor, die die Polizei heute veröffentlicht hat.

Genau 3123 Mal hat es im vergangenen Jahr auf den Straßen im Landkreis „gekracht“. Das waren 131 Unfälle oder 4,4 Prozent mehr als im Jahr 2009. Damit liegt der Landkreis etwas über er Entwicklung im Bund (+ 3,8 Prozent) und im Land Hessen (+ 2,1). 63 Prozent der Unfälle ereigneten sich innerorts.

Trotz der wachsenden Unfallzahlen gab es weniger Verletzte. Ihre Zahl hat sich von 922 auf 844 um 8,5 Prozent verringert. Leicht verletzt wurden 719 Personen (- 48); die schwer Verletzten, die zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden mussten, haben sich um 24 auf 116 reduziert. Neun Menschen sind bei Verkehrsunfällen im Landkreis Limburg-Weilburg ums Leben gekommen, sechs weniger als im Jahr zuvor. Bei den Unfällen mit Verletzten waren 120 Motorradfahrer (- 17) und 41 Fahrradfahrer (- 7) beteiligt. Leicht verletzt wurden 42 Kinder unter 14 Jahren (- 2), schwer verletzt sechs Kinder (- 6), ein Kind starb bei einem Unfall.

Bei den Verkehrsunfällen unter Alkoholeinwirkung reduzierte sich die Anzahl im vergangenen Jahr um 22 auf 98. Bei Kontrollen hat die Polizei im vergangenen Jahr 99 betrunkene Fahrer aus dem Verkehr gezogen. Dazu kamen 24 Personen, die unter dem Einfluss illegaler Drogen, teilweise mit Alkohol kombiniert, ein Fahrzeug steuerten.

Im vergangenen Jahr hat die Polizei 260 Mal Tempomessungen angestellt. Das waren 93 mehr als 2009. Gemessen wurden insgesamt 86.393 Fahrzeuge, von denen 4771 die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten hatten. In 511 Fällen (10,7 Prozent) kam es zu Ordnungswidrigkeitsanzeigen, die Bußgelder, Punkte im Verkehrszentralregister und zum Teil auch Fahrverbote nach sich zogen. Die Anzahl der
geschwindigkeitsbedingten Verkehrsunfälle reduzierte sich um 24 auf 190, was die Polizei auch auf ihre verstärkten Kontrollen zurückführt.

In den Fällen des unerlaubten Entfernens vom Unfallort registrierte die Polizei einen Anstieg um 21 auf 847 registriere Fälle. Damit kommt es umgerechnet pro Woche zu 16 Unfällen, bei denen es die Verursacher vorziehen, sich ihrer Verantwortung durch Flucht zu entziehen. Von den gesuchten Fahrern konnten 383 ermittelt werden, was einer Aufklärungsquote von mehr als 45 Prozent entspricht.

Eine besondere Größe mit einem Anteil von über 15 Prozent stellen im ländlich strukturierten Landkreis die Wildunfälle dar. Die registrierten Unfälle mit Wildtieren haben im vergangenen Jahr um 83 auf 474 zugenommen. Tatsächlich gab es noch 853 weitere Wildunfälle, die ohne polizeiliche Unfallaufnahme direkt mit dem zuständigen Jagdpächter abgewickelt worden sind. Neun Personen wurden bei den Zusammenstößen mit Wildtieren verletzt. Dazu kommen die jeweils verletzten oder getöteten Tiere sowie eine geschätzte Schadenssumme von etwa zwei Millionen Euro.

Die Polizei betont, dass es durch Umbauten gelungen ist, bisherige Unfallschwerpunkte zu entschärfen. Auffällig sei dies beim Umbau einiger Kreuzungen zu Kreiseln, beispielsweise an der Autobahnabfahrt Bad Camberg-West, am „Waldernbacher Stock“ oder zwischen Ellar und Steinbach („Gericht“). An diesen Stellen seien die Unfallzahlen deutlich zurückgegangen.

Etwas ausführlicher kann die Unfallstatistik 2010 auch hier nachgelesen werden.

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Über vtaktuell

Noch handelt es sich hier um ein Experiment. Dieses Blog soll meine journalistische Arbeit begleiten, in erster Linie mein Wirken auf lokaler Ebene in Westerwald, Taunus und dazwischen. Hier sollen Texte ihren Platz finden, die in anderen Print- und Onlineformaten nicht unterzubringen sind, ebenso ergänzendes Meinungs- und Hintergrund-Material zu meiner sonst eher nachrichtlichen Arbeit. Ich bin auch auf Facebook und bei Twitter vertreten, jeweils unter der Bezeichnung "vtaktuell".
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