Großprojekt A3-Brücke: So soll der Bau ablaufen


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Ich bin gerade von der Bürgerversammlung zum geplanten Neubau der Autobahnbrücke in Limburg zurück. Schätzungsweise rund 150 Leute waren gekommen, um sich die Pläne erörtern lassen. Hier die wesentlichen Punkte im Schnelldurchlauf:

Das Straßenbauamt möchte noch in diesem Jahr Baurecht bekommen und dann sofort mit den Arbeiten an der 450 Meter langen, zehnspurigen (inklusive Standstreifen) Konstruktion beginnen. Ziel ist es, im Sommer 2015 die Verkehrsfreigabe für die dann etwas näher an Limburg stehende Brücke zu bekommen. Noch im Herbst 2015 könnte der Abriss der alten Brücke beginnen. Die Raststätte Limburg West wird aufgegeben. Der Vertrag mit „Park & Rast“ ist bereits zu Ende 2013 gekündigt.

Erstmals gab es Details zum Abriss der alten Brücke. Der Plan sieht vor, die waagerechten Teile, auf denen die Fahrbahnen laufen, Mittels Litzenhebern abzusenken, teilweise auf Schwimmpontons auf der Lahn, und sie auf dem Boden zu zerlegen. Die Pfeiler sollen geprengt werden. Allerdings ist dieses Vorgehen noch nicht genehmigt.

Die Landstraße zwischen Eschhofen und Limburg muss für die Dauer der Arbeiten ein Stück von der Lahn weg verlegt werden, ebenso der Leinpfad, auf dem Fußgänger und Radfahrer am Lahnufer zwischen der Kernstadt und Eschhofen verkehren. Die Bahnstrecke bleibt bestehen, erhält jedoch einen Übergang für Baufahrzeuge. Aller drei Verkehrswege werden unter der alten und der neuen Brücke zeitweilig eingehaust, um sie vor herabfallenden Teilen zu schützen und die alte Brücke darauf absenken zu können. Der Leinpfad bleibt erhalten, wird aber nach den Arbeiten einen Schlenker machen, weil auf seinem jetzigen Verlauf ein Brückenpfeiler steht. Auf der Dietkirchener Seite wird der dortige Fernradweg vorübergehend verlegt.

Auf der Limburger Seite der neuen Fahrbahn entsteht eine acht Meter hohe, durchsichtige Lärmschutzwand, die, im Gegensatz zu heute, das Einhalten aller Lärmschutzwerte garantieren soll. Eschhofen und Dietkirchen werden nach Meinung der Planer durch die Brücke kein Lärmproblem bekommen.

68 Millionen Euro soll der Bau kosten, davon rund 38 Millionen für die eigentliche Brücke, der Rest für die Erneuerung der Autobahnüberführung über die B8, Lärmschutz, Regenauffangbecken und den Abriss der alten Brücke.

Eine ausführliche Berichterstattung mit weiteren Details zu allen Punkten gibt es in den kommenden Tagen in der NNP.

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Über vtaktuell

Noch handelt es sich hier um ein Experiment. Dieses Blog soll meine journalistische Arbeit begleiten, in erster Linie mein Wirken auf lokaler Ebene in Westerwald, Taunus und dazwischen. Hier sollen Texte ihren Platz finden, die in anderen Print- und Onlineformaten nicht unterzubringen sind, ebenso ergänzendes Meinungs- und Hintergrund-Material zu meiner sonst eher nachrichtlichen Arbeit. Ich bin auch auf Facebook und bei Twitter vertreten, jeweils unter der Bezeichnung "vtaktuell".
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4 Antworten zu Großprojekt A3-Brücke: So soll der Bau ablaufen

  1. M. H. schreibt:

    Die wichtigste Frage ist doch: Warum braucht es überhaupt eine neue Brücke? Zu wenig Spuren? Zu kaputt?

    • vtaktuell schreibt:

      Die Frage ist natürlich berechtigt. Allerdings wurde das bereits rauf und runter berichtet (zugegeben nicht hier, sondern in der NNP). Also: Die fast schon 50 Jahre alte Brücke reicht für den heutigen Verkehr mit rund 95.000 Fahrzeugen am Tag nicht mehr aus. Vor allem aber ist sie nach Angaben der Planer so marode, dass eine Sanierung nicht mehr lohnt. Gründe sind die Folgen des Streusalzes, die in den 60er Jahren schlicht nicht bekannt waren, und die im Gegensatz zu damals erheblich schwerer gewordenen Lkw.

  2. K.S. schreibt:

    Das nenne ich mal eine zeitnahe Berichterstattung. Wäre wünschenswert wenn mehr Journalisten diese Art der Information beschreiten würden. Vielen Dank dafür. Es macht Spaß diesen Blog regelmäßig zu verfolgen um alles Wissenswerte aus der Region just-in-time zu erfahren.

    Ich honoriere dieses ehrenamtliche Engagement und unentgeltliche Angebot sehr. Man merkt das es sich hierbei nicht um einen Beruf, sondern um eine Berufung handelt. Toll das rs so ein Angebot kostenlos gibt.

    • vtaktuell schreibt:

      Vielen Dank für das Lob!

      Allerdings ist „kostenlos“ genau das große Problem an der Sache. Aus reiner Berufung würde ich das nicht machen und könnte es mir auch nicht leisten. Ich kann hier nur über Sachen berichten, die dadurch subventioniert werden, dass andere Medien dafür Geld bezahlen. Gäbe es für Blogs ein vernünftiges Erlösmodell, wäre sicher noch mehr möglich. Dann könnte ich diese Art der Berichterstattung auch für Veranstaltungen anbieten, die nicht von den Zeitungen „gekauft“ werden. Kreistag fände ich zum Beispiel spannend.

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