Ein leiser Auftakt


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Ohne dass zu einem einzigen Wahlgang debattiert worden ist, hat die neu zusammengetretene Stadtverordnetenversammlung von Hadamar wichtige personelle Entscheidungen getroffen. In vielen anderen Kommunen fände ich diesen geringen Willen zum politischen Meinungsaustausch bedenklich. Hadamar tut es dagegen ganz gut, wenn die Parlamentsverhandlungen in etwas ruhigere Bahnen kommen.

Dabei hätte man durchaus trefflich streiten können. Auf Bundes- oder Landesebene hätte die CDU vielerorts aufgejault, weil ihr als stärkster und sogar noch angewachsener Fraktion der Vorsitz entgangen ist, aber die Hadamarer CDU hat dies mannhaft ertragen. Sie hat auch nicht den Finger in die Wunde gelegt, dass es in der Kooperation bei den Wahlen offenbar mindestens einen „Abweichler“ gab. Auch zu öffentlichen Angriffen auf Alfons Bausch, der sich mit seinem Mandat aus ihren Reihen verabschiedet hat, haben sich die Christdemokraten nicht herabgelassen. Ebenso hat die Kooperation besonnen agiert und der CDU nicht deren Machtlosigkeit trotz der Stimmengewinne unter die Nase gerieben. Ja, SPD, FWG und WFH haben den Christdemokraten sogar im gleichen Atemzug mit ihrer Bündniserklärung die Hand zu einer erweiterten Kooperation hingestreckt.

Auf den neuen Willen zur Zusammenarbeit deutet auch die Entschärfung einer konfliktgeladenen Personalie hin: Durch die Platzierung Harald Kalteiers im Magistrat hat die CDU denjenigen Politiker zumindest aus der unmittelbaren parlamentarischen Debatter herausgenommen, der für die übrigen Fraktionen ein „rotes Tuch“ ist. Damit ist nun auch der Weg für eine gütliche Einigung bei den Ausschuss-Vorsitzenden frei, die in den kommenden Wochen gewählt werden.

Vielleicht war das heute Abend wirklich der Auftakt für eine neue Epoche der Fairness und der Suche nach Kompromissen in der Hadamarer Politik. Wenn es so ist, dann darf und soll natürlich auch in Zukunft wieder engagiert debattiert werden – aber bitte um die Sache, ohne verdeckte Hintergedanken und ohne das Einfließen persönlicher Animositäten. Die konstituierende Sitzung lässt jedenfalls hoffen, dass es so kommen kann.

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Über vtaktuell

Noch handelt es sich hier um ein Experiment. Dieses Blog soll meine journalistische Arbeit begleiten, in erster Linie mein Wirken auf lokaler Ebene in Westerwald, Taunus und dazwischen. Hier sollen Texte ihren Platz finden, die in anderen Print- und Onlineformaten nicht unterzubringen sind, ebenso ergänzendes Meinungs- und Hintergrund-Material zu meiner sonst eher nachrichtlichen Arbeit. Ich bin auch auf Facebook und bei Twitter vertreten, jeweils unter der Bezeichnung "vtaktuell".
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