Markt Frickhofen: Rewe und Gemeinde Dornburg im Clinch


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Um den zukünftigen Standort des Rewe-Markts in Frickhofen zeichnet sich Streit zwischen dem Handelskonzern und der Gemeinde Dornburg ab. Rewe will weder das jetzige Marktgebäude erweitern noch einen Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Betonwerks Hirschau errichten lassen – beides Varianten, die die Kommunalpolitiker bevorzugen. Vielmehr hält der Konzern an einem Neubau auf dem Grundstück der ehemaligen Schreinerei Bäroth an der Friedenstraße fest.

Damit sieht sich der Konzern aber einer weitgehend geschlossenen Front der Dornburger Kommunalpolitiker gegenüber, die von Bürgermeister Andreas Höfner (CDU) über den CDU-Ortsverband Frickhofen bis zur SPD-Fraktion in der Gemeindevertretung reicht. Mit kleineren Nuancen lautet die Meinung dieser großen Koalition: „Entweder ein weiterer Betrieb am bisherigen Standort oder ein Neubau auf dem Areal, das vom Bahnhof bis zum Ende des Hirschau-Geländes reicht. Keinesfalls ein Umzug auf das Bäroth-Gelände.“

„Ein solcher Markt gehört mitten in den Ort und nicht an den Ortsrand“, betont Werner Laux, der Vorsitzende des CDU-Ortsverbands Frickhofen. „Für ältere Leute aus dem Ortskern ist Rewe der einzige fußläufig erreichbare Markt“, sagt SPD-Fraktionschef Ottmar Baron. Außerdem weist er auf die Verkehrslage des Bäroth-Geländes hin: in einer Kurve der ohnehin reichlich befahrenen Friedenstraße und in der Nähe der schwierigen Kreuzung mit der Limburger Straße. Bürgermeister Andreas Höfner warnt vor einer riesigen innerörtlichen Brache vom jetzigen Marktgebäude über den Bahnhof bis zum Hirschau-Gelände.

Aus Sicht der Rewe-Regionalleitung scheidet dagegen das Hirschau-Gelände aus topografischen Gründen aus. Der heutige Standort lasse sich „aus wirtschaftlichen Gründen“ nicht ausreichend modernisieren, heißt es in dem Schreiben an die Gemeinde.

Andreas Höfner sieht trotz der Meinungsverschiedenheiten mit dem Handelskonzern noch Verhandlungsspielraum. Mögliche Drohungen Rewes, den Standort Frickhofen ganz zu verlassen, wenn der Bau auf dem Bäroth-Gelände nicht genehmigt wird, bezeichnet Ottmar Baron als „Scherz“. Ein anderer Kommunalpolitiker, der mit diesem Zitat nicht namentlich genannt werden will, formuliert es so: „Wenn Rewe aus dem jetzigen Markt weggeht, dann kommt eben Edeka.“

Einen ausführlichen Artikel zum Thema gibt es voraussichtlich morgen in der NNP.

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Über vtaktuell

Noch handelt es sich hier um ein Experiment. Dieses Blog soll meine journalistische Arbeit begleiten, in erster Linie mein Wirken auf lokaler Ebene in Westerwald, Taunus und dazwischen. Hier sollen Texte ihren Platz finden, die in anderen Print- und Onlineformaten nicht unterzubringen sind, ebenso ergänzendes Meinungs- und Hintergrund-Material zu meiner sonst eher nachrichtlichen Arbeit. Ich bin auch auf Facebook und bei Twitter vertreten, jeweils unter der Bezeichnung "vtaktuell".
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2 Antworten zu Markt Frickhofen: Rewe und Gemeinde Dornburg im Clinch

  1. Dieter Buroch schreibt:

    Wie hat Ihnen denn die Eröffnung des Kultursommers in Runkel gefallen?

    • vtaktuell schreibt:

      Mir hat es ausnehmend gut gefallen: Beschwingt, flott und, soweit ich das mit meinen bescheidenen Kenntnissen einschätzen kann, handwerklich auf Spitzenniveau. Was die folgende Berichterstattung betrifft, hat das wegen der Eröffnung relativ umfangreiche „Offizielle“ leider ein wenig Platz gekostet, so dass ich der Darstellung des Bühnengeschehens nur vergleichsweise wenig Zeilen widmen konnte. Ich hoffe, auch die zweite Aufführung war ausverkauft. Gelohnt hat es sich sicher für alle Besucher.

      Vielen Dank für Ihr Engagement. Ich finde es immer klasse, wenn „Neubürger“ in der Region ihr Lebensumfeld nicht nur als Schlafstadt (oder eher -städtchen) verstehen, sondern sich mit neuen Ideen einbringen.

      P. S.: Sie haben hier übrigens mein altes Blog erwischt, das nicht mehr gepflegt wird. Aktuell geht es hier weiter: http://vtaktuell.net

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