Stromausfall in St. Anna: Betreiber weist Kritik zurück


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Die Krankenhausgesellschaft St. Vincenz hat sich vorhin in einer Pressekonferenz zu der Störung in der Stromversorgung des Hadamarer Gesundheitszentrums St.-Anna an den Weihnachtstagen geäußert. Vor allem trat Geschäftsführer Klaus-Werner Szesik der Kritik der Arbeiterwohlfahrt entgegen. Die Awo ist mit einer Pflegestation Mieterin in dem ehemaligen Krankenhaus und hatte ihrer Vermieterin erhebliche Fehler beim Umgang mit dem Problem vorgeworfen. Vor allem ist die Awo über das Durchbrennen eines Hauptschalters am 27. Dezember empört, bei dem ein Feuerwehreinsatz nötig wurde.

„Zu keinem Zeitpunkt waren Bewohner oder Mitarbeiter in Gefahr“, betonte dagegen heute Klaus-Werner Szesik. Der durchgebrannte Schalter habe sich in einem technischen Betreibsraum befunden, zu dem nur Fachpersonal einen Schlüssel habe. Szesik wies auch Vorwürfe zurück, die Mitarbeiter der Vincenz-Gesellschaft hätten nicht fachgerecht gearbeitet. Am Werk seien ein Elektrikermeister und ein ausgebildeter Fachelektriker gewesen. Schon am Morgen des Ersten Weihnaxchtstages sei klar gewesen: „Licht, Heizung, Patientenruf und Aufzüge funktionierten weiterhin“, sagte Klaus-Werner Szesik.

Lediglich Steckdosen seien ausgefallen und der Drehstrom für die Küche habe gefehlt. Dieser Teil der Energieversorgung ist auch bei den ersten Instandsetzungsarbeiten nicht wieder hergestellt worden. „Dabei handelte es sich um eine Abwägung: Entweder wir nehmen in Kauf, dass Küche und Kühlräume nicht funktionieren oder wir riskieren einen kompletten Ausfall der Stromversorgung“, erläuterte Hans Beresko, der Vorsitzende des Stiftungsrats der Genslerschen Stiftung, die Besitzerin des St.-Anna-Hauses ist. Was dadurch an Lebensmitteln verdorben sei, werde die Haftpflichtversicherung der Vincenz-Gesellschaft regulieren.

Am Anfang der laufenden Woche sei auch der Grund für den ursprünglichen Schaden herausgefunden worden: Offenbar ist durch undichte Kabel und Muffen an der Außenwand Wasser in die Elektroanlage eingedrungen. Am kommenden Montag soll die Wand von außen aufgegraben und die undichte Stelle beseitigt werden.

Klaus-Werner Szesik wollte die bisherigen Verhandlungen mit der Awo nicht weiter kommentieren. Hans Beresko dagegen schon: „Eine normale Mietstörung kann nicht der Grund sein, dass mit solcher Schärfe öffentlich reagiert wird.“ Es habe auch bei einem Arzt verdorbene Medikamente wegen der unterbrochenen Kühlung gegeben. „Diesen Fall hatten wir innerhalb von fünf Minuten in einem Gespräch geklärt.“

Eine ausführliche Berichterstattung zum Thema gibt es morgen in der NNP und voraussichtlich auch im WT. Außerdem möchte ich hier einen kleinen Open-Data-Versuch starten: Ein Klick auf das Foto führt zu einem Flickr-Album, das Fotos vom Protokoll der Vorfälle enthält, das mir die vincenz-Gesellschaft zur Verfügung gestellt hat. Wer also in die Tiefe der Materie einsteigen will, kann das auf dieser Grundlage tun.

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Über vtaktuell

Noch handelt es sich hier um ein Experiment. Dieses Blog soll meine journalistische Arbeit begleiten, in erster Linie mein Wirken auf lokaler Ebene in Westerwald, Taunus und dazwischen. Hier sollen Texte ihren Platz finden, die in anderen Print- und Onlineformaten nicht unterzubringen sind, ebenso ergänzendes Meinungs- und Hintergrund-Material zu meiner sonst eher nachrichtlichen Arbeit. Ich bin auch auf Facebook und bei Twitter vertreten, jeweils unter der Bezeichnung "vtaktuell".
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