Stromausfall in Hadamar: Das sagt die Awo

Gerade ist mir noch eingefallen: Wenn ich gerade die Entgegnung der Vincenz-Gesellschaft hier poste, muss ich fairerweise auch die Kritik der Arbeiterwohlfahrt zum Stromausfall im Hadamarer St.-Anna-Haus abbilden. Die Zeitreihenfolge stimmt jetzt nicht mehr ganz, aber hier kommt die unveränderte Pressemitteilung der Awo:

Die Aussage von Klaus-Werner Szesik, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH, man habe bei der Störung im AWO Gesundheits- und Pflegezentrum im St.-Anna-Haus an den Weihnachtsfeiertagen „direkt und unmittelbar“ gehandelt, entspricht nicht den Tatsachen. Nach der ersten Störungsmeldung der AWO-Mitarbeiter an die Zentrale des St. Vincenz-Krankenhauses dauerte es über vier Stunden bis ein technischer Mitarbeiter der Krankenhausgesellschaft vor Ort erschien. Am zweiten Tag der Störung war gar kein Mitarbeiter der Krankenhausgesellschaft vor Ort. Die Behauptung, der Stromausfall habe „nur“ bei gewissen technischen Einrichtungen zu Beeinträchtigungen geführt, stellt die Situation, mit der das AWO Pflegepersonal konfrontiert war, falsch dar und muss als Beschönigung der tatsächlichen Zustände bezeichnet werden. Eine durch den Stromausfall bedingte Unterbrechung der für bestimmte Lebensmittel vorgeschriebenen Kühlkette und den daraus folgenden logistischen Herausforderungen bedeutete für die Mitarbeiter der AWO eine erhebliche Zumutung.

Nach zwei Tagen Leben und Arbeiten in einer Ausnahmesituation darf von den Verantwortlichen der Krankenhausgesellschaft erwartet werden, dass durch offenbar sachunkundiges Handeln nicht auch noch ein Feuerwehreinsatz ausgelöst wird. Ein unkontrollierter Funkenschlag mit Stichflamme im Elektroraum eines Pflegezentrums wird von der AWO als Gefährdung der ihr anvertrauten Menschen betrachtet. Die Feststellung von Herrn Szesik, es habe „zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung der Bewohner bestanden“, wird von der AWO zurückgewiesen. Die AWO stellt nachdrücklich fest, dass ihre Betriebsleitung von Anfang an die Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH über die aktuelle Situation informiert hatte und auch die Mitarbeiter im Krankenhaus zu jedem Zeitpunkt Kenntnis hatten.

Ebenfalls falsch ist die Behauptung Herrn Szesik, man habe die Großküche des St. Vincenz-Krankenhauses nicht um Unterstützung gebeten. Denn noch am 27.12. wurde der Betriebsleitung der AWO mitgeteilt, dass eine Unterstützung hierbei nur unter bürokratischem Aufwand möglich sei. Zu diesem Zeitpunkt war die Geschäftsführung von St. Vincenz in vollem Umfang durch die AWO über die Abläufe informiert und wusste, dass z.B. verdorbene Lebensmittel hatten entsorgt werden müssen und wichtige Medikamente nicht gekühlt werden konnten.

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Über vtaktuell

Noch handelt es sich hier um ein Experiment. Dieses Blog soll meine journalistische Arbeit begleiten, in erster Linie mein Wirken auf lokaler Ebene in Westerwald, Taunus und dazwischen. Hier sollen Texte ihren Platz finden, die in anderen Print- und Onlineformaten nicht unterzubringen sind, ebenso ergänzendes Meinungs- und Hintergrund-Material zu meiner sonst eher nachrichtlichen Arbeit. Ich bin auch auf Facebook und bei Twitter vertreten, jeweils unter der Bezeichnung "vtaktuell".
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