Drei Monate „vtaktuell“: Statistik ausgewertet


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Das mit dem Folgetag hat leider nicht geklappt, aber heute will ich mal ein wenig versuchen, meine Statistik-Einblicke von neulich in Zusammenhänge zu setzen und auszuwerten.

1. Was ich will
Für diese Auswertung möchte ich zunächst einmal ein Grobziel definieren, an dem sich vtaktuell meiner Meinung nach messen lassen muss: Ich wünsche mir, dass sich dieses Blog als lokal auf den Landkreis Limburg-Weilburg, genauer auf seine nordwestliche Ecke, ausgerichtete Plattform für Nachrichten und politisch-gesellschaftliche Debatten etabliert. In Zugriffszahlen bedeutet das zunächst, dass jeder Zuwachs wichtig und begrüßenswert ist, da Nachrichten viele Empfänger erreichen und Debatten viele Teilnehmer umfassen sollten. Wegen der lokalen Ausrichtung sind für mich lokale Nutzer die willkommensten und natürlich solche, die immer gezielt wiederkommen, um vtaktuell zu nutzen und sich zu beteiligen, und nicht nur einmalig von Google „hergespült“ werden.

2. Höhere Zahlen, aber warum?
Zunächst einmal ist ziemlich eindeutig, dass die Aufrufszahlen deutlich angewachsen sind, auf immerhin 121 pro Tag im November-Durchschnitt. Für mich besonders wichtig: Es gab in der zweiten November-Hälfte keinen einzigen Tag mehr, an dem ich nicht zumindest 50 Nutzer auf der Seite waren. Ich hoffe, dass einige darunter Stammleser waren, die von sich aus auf die Seite zurück kamen, weil die Inhalte sie interessieren.

Allerdings muss ich diese positive Bewertung etwas einschränken. Die hohen Zugriffszahlen sind sicher nicht allein Folge eines höheren Bekanntheitsgrads von vtaktuell. Erstens bin ich dazu übergegangen, täglich die Polizeimeldungen zu veröffentlichen. Da ich in der Anfangsphase nur alle paar Tage neue Nachrichten gepostet habe, erklärt sich der Nutzerzuwachs zum Teil sicher durch das größere Angebot. Zweitens haben sich in den vergangenen Monaten natürlich ein Haufen Wörter angesammelt, so dass Google bei einer größeren Auswahl von Suchanfragen, die überhaupt nichts mit der Region zu tun haben müssen, auf vtaktuell verweist.

Trotz dieser Einschränkungen habe ich den Eindruck, dass sich die Anzahl der Stammleser erhöht hat, was ja schon mal sehr positiv ist.

3. Zwei Sternstunden einer kurzen Historie
Auf zwei herausragende Abschnitte der „Blog-Historie“ möchte ich noch gezielt eingehen. Da wäre zunächst die Zeit nach der Veröffentlichung von „Unsere Zeitung ist so mies – Warum nur?“
. Den Beitrag hatte ich mit einigen recht populären Blogs der deutschen Medienszene verlinkt und in den Folgetagen prompt atemberaubende Zugriffe von mehr als 300 pro Tag erzielt. Ein wenig hat mich das auf den holzweg geführt, dass das massive Setzen von Trackbacks die Zugriffszahlen hochjagt. Das habe ich in der folge mehrfach versucht, meist jedoch ohne Erfolg, zumindest aber mit wesentliche geringeren Auswirkungen als im „Miese Zeitung“-Artikel. Ganz so einfach scheint das mit den Trackbacks nicht zu sein. Offenbar muss man schon sehr gut und auch mit einer provokant formulierten Zeile in entsprechend frequentierten Blogs platziert sein, um Aufmerksamkeit anzuziehen.

Nach diesen Erlebnissen hatte ich die Hoffnung schon fast aufgegeben, dass man mit rein lokalen Inhalten, auf die es mir eigentlich ankommt, größere Frequenz auf vtaktuell zu ziehen. Doch dann kam der 14. November und mit ihm die Bürgermeisterwahl in Hünfelden sowie zwei Tage später ein Banküberfall in Erbach. Sicher durch zahlreiche Google-Anfragen mit entsprechenden Stichworten wurden die Klickzahlen an diesem Tag auf stolze 340 katapultiert. Allerdings war das nicht alles. Viel interessanter und für mich überaus positiv fand ich, dass neben der kurzen Hünfelden-Meldung mein Meinungsartikel über die Grünen nur 25 Aufrufe weniger hatte. Von Google kamen diese Besucher sicher nicht. Offenbar kann man in bestimmten Milieus durchaus über Verlinkung und „Mail-zu-Mail-Propaganda“ eine hohe aufmerksamkeit für Web-inhalte auslösen.

4. Wie locke ich Leser an?
Die Taktik, die sich aus diesen Betrachtungen ergibt, könnte man vielleicht so zusammenfassen: Mit aktuellen News zu Aufregerthemen und über Google viele Leute anziehen und nach Möglichkeit zu Stammlesern machen. Ersteres funktioniert sehr gut. Ob letzteres klappt, kann ich nicht überprüfen, aber angesichts des 50-Zugriffe-Sockels habe ich den Eindruck, dass auch das in Ansätzen funktioniert. Das „Einfangen“ von Lesern über Trackbacks zu andere Blogs funktioniert auf regionaler Ebene mangels einer eigenen Blog-Landschaft nicht und bei populären (Journalisten-)Blogs gehen solche Versuche wegen der großen Masse der Kommentare unter (und vielleicht auch der zu geringen Güte meiner Diskussionsbeiträge).

Soweit zur etwas vertiefen Analyse. Doch wie geht es weiter mit vtaktuell? Mit Zukunftsentwürfen will ich mich im dritten Teil meiner Analyse befassen.

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Über vtaktuell

Noch handelt es sich hier um ein Experiment. Dieses Blog soll meine journalistische Arbeit begleiten, in erster Linie mein Wirken auf lokaler Ebene in Westerwald, Taunus und dazwischen. Hier sollen Texte ihren Platz finden, die in anderen Print- und Onlineformaten nicht unterzubringen sind, ebenso ergänzendes Meinungs- und Hintergrund-Material zu meiner sonst eher nachrichtlichen Arbeit. Ich bin auch auf Facebook und bei Twitter vertreten, jeweils unter der Bezeichnung "vtaktuell".
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Eine Antwort zu Drei Monate „vtaktuell“: Statistik ausgewertet

  1. Tomatenjoe schreibt:

    hi Volker,
    ich glaube dir sagen zu können, warum du bei den Hünfeldener Wahlergebnissen so gut abgeschnitten hast. Du hast das Glück, dass der HR seine Pages nicht „Google freundlich“ gestaltet und der Link zu den Wahlergebnissen so versteckt ist.

    viel Erfolg bei deinem Seminar! ;-D
    LG joe

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