Aufruhr im Bistum, in Blogs gespiegelt


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Nach den Artikeln im gedruckten Spiegel und auf Spon, die scharf mit dem Limburger Bischof ins Gericht gehen, hat sich nicht nur auf der umfangreichen Spon-Diskussionsseite (mit derzeit erstaunlichen 632 Beiträgen) eine rege Debatte entfaltet. Auch zahlreiche Blogs greifen das Thema auf. Hier ein kleiner Überblick:

Da wären zunächst des Bischofs Paladine, angeführt durch das gewohnt unsägliche Kreuznet. Auch der Optik nach aus Köln kommt Zuspruch für den Bischof oder genauer Kritik an seinen Kritikern. Ähnlich äußerst sich auch ein, nach eigenen Angaben, Augustinerchorherr und ein Lateinschreibender wittert schwules Verschwörungswerk eine gezielte Kampagne gegen konservative Bischöfe.

Vorsichtige Kritik am Bischof kommt von einem Gemeindearbeit-Projekt in Bad Neuenahr-Ahrweiler und deutlich schärfer aus dem Misanthropenwald.

Mir persönlich gefällt dieser modern-poetische Beitrag zum Thema am besten.

Kleines Update vom 19. November: Inzwischen packt auch kathnet die berühmten Kissen der spanischen Inquisition aus, ein Gewissen gibt Schminktipps und ein 21-Jähriger mit Rechtschreibschwäche schreibt einen Brief. Aus dem Westerwald kommt dann zur Abwechslung mal eine abwägende Bewertung der Vorgänge.

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Über vtaktuell

Noch handelt es sich hier um ein Experiment. Dieses Blog soll meine journalistische Arbeit begleiten, in erster Linie mein Wirken auf lokaler Ebene in Westerwald, Taunus und dazwischen. Hier sollen Texte ihren Platz finden, die in anderen Print- und Onlineformaten nicht unterzubringen sind, ebenso ergänzendes Meinungs- und Hintergrund-Material zu meiner sonst eher nachrichtlichen Arbeit. Ich bin auch auf Facebook und bei Twitter vertreten, jeweils unter der Bezeichnung "vtaktuell".
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7 Antworten zu Aufruhr im Bistum, in Blogs gespiegelt

  1. Ulrich schreibt:

    Ich wittere ein Verschwörung? Cool, davon wusste ich ja noch gar nichts. Steckt bestimmt die jesuitische CIA-Juden-Freimaurer-Verschwörung dahinter.
    Mein Blogbeitrag kam mir übrigens ziemlich deutschsprachig vor.

  2. vtaktuell schreibt:

    Nee, ich meinte eher die Aliens von der Bilderberg-Konferenz, die im Auftrag der unterirdischen Echsenrassen die Atmosphäre mit Kristallen impfen, damit die Prophezeiungen von Nostradamus wahr werden.

  3. Ulrich schreibt:

    Jedenfalls habe ich keine VT aufgestellt.

  4. vtaktuell schreibt:

    Sorry, hatte übersehen, dass das ein Link ist. Allerdings gibt der Link keinen Plural her. Jetzt sollte mein Blogbeitrag aber soweit korrekt sein.

  5. Langer schreibt:

    Muss schon sagen, der „modern-poetische Beitrag“ ist tatsächlich überragend und sehr ins Schwarze treffend.
    War schon am überlegen, ob man nicht eine Eier-werfende Demonstration unserer Einstellung ihm gegenüber ins Leben rufen sollte, habe aber Angst danach nach Canossa zu müssen (auf den Knien).

  6. Jürgen Ritter schreibt:

    DAS kann man unterschreiben:

    „Der Sonderweg ist vorbei!“

    Kommentar eines Gläubigen aus dem Bistum Limburg.

    Der Sonderweg, den das Bistum Limburg über vier Jahrzehnte gegangen ist, ist vorbei! Bischof Franz-Peter ist uneingeschränkt dafür zu danken, dass er unser Bistum wieder an gesamtkirchliche Maßstäbe anpasst und aus dem Mief der Alt-68er-Ecke herausholt. In dieser langen Zeit festigten sich zahlreiche Missbräuche und strukturelle Fehlformen. Daher wurde bereits in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts Limburg als „Klein-Holland“ bezeichnet. In überbordendem Maße wurden, an politische Strukturen anknüpfend, Räte und Gremien auf allen Ebenen etabliert, denen man sogar bestimmende Funktion geben wollte. Der berühmte Kirchenrechtsprofessor Klaus Mörsdorf sprach hier von einer „doppelten Hierarchie“, die nicht selten die gottgegebene Ordnung in der Kirche auflöst. Aus nichtgeweihten Mitarbeitern wurden plötzlich „Seelsorger“ (ein Begriff, der aus theologischen Gründen auf Priester zu beschränken ist), deren Wortgottesdienste ein Ersatz für die Heilige Messe sein sollten, die unerlaubte Predigt von Laien wurde in vielen Gemeinden zum Normalfall und gut bezahlte Kirchenfunktionäre und Synodalratspräsidenten betrieben unverhohlen Stimmungsmache gegen den Papst und die kirchliche Lehre. All das wurde von einer Gemeinde- und Amtstheologie gestützt, die reformatorisch, aber nicht katholisch ist.

    Zeugnis von der entstandenen Verwirrung gibt auch der von Ignoranz strotzende Hetz-Artikel gegen unseren Bischof. Es wird in politischen, nicht in Glaubens-Kategorien gesprochen und im BILD-Stil wird unser Bischof mit seinem verklärten Vorgänger verglichen, der bei allen Verdiensten eben auch jene Kräfte bediente, die nun den Aufstand gegen seinen Nachfolger proben. Zugleich wird verschwiegen, dass unser Bischof in seinem Verhalten in keiner Weise abweicht von seinen deutschen Amtsbrüdern, die alle einen Dienstwagen und einen Bischofssitz haben.

    Doch zugleich muss man Verständnis zeigen für die Wellen, die nun gegen Limburg aufbrausen. Schließlich merken die altliberalen und kirchenvolksbegehrenden Kräfte, die es sich zum Ziel gesetzt haben, eine Kirche ohne Papst und Rom nach ihrem begrenzten Gutdünken zu errichten, dass ihre Zeit vorbei ist. Die jüngere Generation der kirchentreuen Priester und Laien interessiert sich nämlich nicht mehr für ihre Träume und Phantasien.

  7. vtaktuell schreibt:

    Was nun katholisch ist und was nicht, ob die Kirche gott- oder menschengegeben und wer hier wie mieft: Über alles das bin ich erheblich anderer Meinung als Herr Ritter, der sich ja überraschend gut im „Bild“-Stil auszukennen scheint.

    Festhalten kann man auf jeden Fall, dass es sicher wichtigere Themen als die katholische Kirche gibt. Abgesehen davon werden diese Kirche und auch das Bistum Limburg in irgendeiner Form auch wieder aus dem derzeitigen Richtungsstreit hervorgehen. Wahrscheinlich wird der Bischof mit den Jahren etwas ruhiger werden, die Kirchenmitgliedschaft wird deutlich zurückgehen und diejenigen, die in der Glaubensgemeinschaft bleiben, werden den Kurs aus dem BO soweit mitgehen, wie es ihnen persönlich passt, ansonsten die Aspekte der Kirche weiter pflegen, die ihnen vertretbar erscheinen, und wsich aus dem zurückziehen, was sie nicht mittragen wollen.

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